Zubereitung chinesischer Arzneien als Dekokt

Die fachgerechte Zubereitung der Dekokte ist für die chinesische Arzneimitteltherapie sehr wichtig und beeinflusst die Wirksamkeit der Arzneien stark. Deshalb ist das richtige Kochen der Kräuterrezeptur für die erfolgreiche Therapie ebenfalls wichtig.

Gefäße: Am besten geeignet sind Ton- oder Keramikgefäße, die einen Deckel haben. Ebenfalls gut sind Gusseisentöpfe und emaillierte Töpfe.

Einweichen: Der gesamte Beutelinhalt der Kräutermischung wird zunächst mit kaltem Wasser (etwa 600 ml) zwischen 30-60 Min. in einem abgedeckten Gefäß eingeweicht. Als Faustregel gilt: Die Arzneien sollten etwa zwei Fingerbereit mit Wasser bedeckt sein.

Für die Dekoktierung selbst wird ausschließlich Wasser verwendet.

Durch das Einweichen werden die Zellwände der getrockneten Arzneien ausgedehnt und beim Kochprozess gehen Inhaltstoffe besser in die Dekoktlösung über.

Kochzeit: Nach dem Einweichen werden die Kräuter in einem geschlossenen Topf gekocht. Zunächst werden die Kräuter bei starker Hitze kurz zum Kochen gebracht. Anschließend wird die Hitze reduziert und bei kleiner Flamme 20 Min. lang langsam geköchelt. Der Deckel sollte während des Kochvorgangs nicht oft abgenommen werden, da sonst wichtige Inhaltstoffe entweichen können

Nach 20 Min. Kochzeit ist die erste Abkochung fertig. Anschließend die Flüssigkeit durch ein Sieb abseihen und in einem Gefäß auffangen. Dann die Kräuterbestandteile zurück in den Topf zu geben.

Die selben Kräuter mit etwa 600ml kaltem Wasser erneut aufgießen und zum Kochen bringen. Nach dem ersten Aufwallen die Hitze reduzieren und weitere 20 Min. köcheln lassen. Anschließend den zweiten Arznei-Sud wieder abseihen. Die erste und der zweite Arznei-Abkochung zusammengießen. Die Kräuter verwerfen.

Die Arzneimittel werden zur besseren Extraktion der Pflanzen-Inhaltstoffe zweimal aufgekocht.

Nachdem der Arznei-Dekokt abgekühlt ist, in eine verschließbare Flasche füllen.

Die hergestellte Gesamtmenge reicht für mehrere Tage. Die Kräutermischung wird zweimal bis dreimal täglich eingenommen. Das Dekokt ist im Kühlschrank für mehrere Tage haltbar. Zum Einnehmen entweder erwärmen oder mit heißem Wasser aufgießen. Um den Magen zu schonen nicht kalt trinken.

Einnahme: Chinesische Kräuterrezepturen keinesfalls mit Milch, Michprodukten, Kaffee und Tee zusammen einnehmen. Wenn Milch oder Milchprodukte verzehrt wurden, mindestens 30 Min. warten, bevor das Dekokt getrunken wird.

Ebenfalls gilt: schwer verdauliche, fettige und kalte Speisen, sowie reizende Nahrungsmittel wie Chilli, Ingwer und scharf gewürzte Speisen nicht unmittelbar vor der Einnnahme verzehren.

Die Kräutermischung bitte nicht süßen, wobei Ausnahmen bei Kindern möglich sind. In dem Falle sollte mit Honig gesüßt werden.

Zusätzlich gilt: Arznei nicht einnehmen bei einem frischen Infekt oder bei einer akuten Erkrankung. Halten Sie in dem Falle Rücksprache mit mir. Wenn nicht anders abgesprochen, setzen Frauen die Kräuter zur Beginn der Menstruation ab.

Sowohl die Grammzahl als auch die Tagesdosis und die Besonderheiten bei der Zubereitung gebe ich bei der Rezeptur stets individuell vor. Bitte beachten Sie dann die jeweiligen Hinweise genau.

 

Sondervorschriften bei der Zubereitung:

Es gibt Ausnahmeregelungen einzelner Pflanzen und Mineralien, die bei der Zubereitung beachtet werden sollten.

- Blüten und Blattdrogen werden nur kurz gekocht, etwa 5 min oder nur zum Schluss in die Kräutermischung zum Ziehen dazu gegeben. Hierzu werden auch aromatische Arzneien gezählt, z.B. Pfefferminze (Bo He) , Chrysantheme (Ju Hua), u.v.m.

- Muscheldrogen oder Mineralien sind schwer löslich und werden deshalb separat vorgekocht und später erst zu den anderen Arzneien zugefügt, z.B. Austernschale (Mu Li), Drachenknochen (Long Gu), Drachenzähne (Long Chi), u.v.m.

- Wenige einzelne Drogen werden direkt, d.h. ohne Kochen oder Verarbeitung eingenommen.

- Harzige oder wasserlösliche Drogen werden erst durch Erwärmen aufgelöst oder im Wasserbad zum schmelzen gebracht, ehe sie den anderen Arzneien zugegeben werden. Damit wird vermieden, dass sie die anderen Kräuter verkleben oder verbrennen. Hierzu zählen unter anderem Gelatinepräparate.

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