Akupunktur nach Entbindung

 

Nach der Geburt eines Kindes beginnt für die Eltern ein neuer Lebensabschnitt. Diese Zeit ist geprägt von vielen Veränderungen. Sie betreffen nicht nur das alltägliche Leben, das Baby in die Familie willkommen zu heißen, gemeinsam anzukommen und anzunehmen, sondern auch den Körper der Frau. Den weiblichen Körper erwarten nach der Entbindung nämlich viele Umstellungen.

 

Der Körper muss sich nach der Entbindung zunächst einmal physiologisch umstellen. So bilden sich die Fortpflanzungsorgane zurück, die Brüste verändern sich, der Milchfluss wird angeregt, die Bänder und Gelenke des Beckens ziehen sich zusammen, der Wochenbettfluss setzt ein und das Herz-Kreislauf-System muss sich an die neue Situation gewöhnen. Zu diesen enormen körperlichen und hormonellen Veränderungen hat selbstverständlich auch die emotionale Situationen einen Einfluss auf das Wohlbefinden der frisch gebackenen Mutter.

 

Die körperliche Kraft der Mutter ist sowohl in der Schwangerschaft als auch während des Geburtsvorgangs stark gefordert. Entsprechend sind ihre Kraftreserven häufig nach der Entbindung in einem Schwächezustand. Nach der Entbindung sind sowohl das Blut (chinesisch "Xue") als auch die Lebensenergie (chinesisch "Qi") und die Essenz (chinesisch "Jing") stark beansprucht bzw. befinden sich in der Erschöpfung. Weiterhin können genauso durch Blockaden im Qi-Fluss und/oder im Blut-Fluss oder durch emotionale Unausgeglichenheit Beschwerden auftreten, die sich in unterschiedlicher Symptomatik zeigen können.

 

Die Substanzen Blut, Qi und Jing machen die Vitalität, Sexualität und Anfälligkeit für Erkrankungen nach der Entbindung aus. Entsprechend wichtig ist es, dem Körper die nötige Ruhe und Zeit zu geben um die Bildung dieser lebenswichtigen Substanzen zu unterstützen und die Reserven aufzufüllen.

 

Die Frau ist in dieser Zeit besonders anfällig für das Eindringen äußerer pathogener Faktoren wie Kälte, Hitze und Wind. Auch ihre Immunabwehr ist deutlich geschwächt. Werden das energetische Ungleichgewicht nicht behoben und die Substanzen nicht ausreichend nachgebildet, manifestiert sich die Erschöpfung chronisch. So können erfahrungsgemäß noch Jahre nach der Entbindung körperliche und emotionale Beschwerden vorliegen.

 

Mithilfe der Traditionellen Chinesischen Medizin können Mütter wunderbar nach der Entbindung gestärkt werden. Auch ist diese Phase gut dafür geeignet ihre chronische Krankheiten zu behandeln. Besonders wichtig für die Genesung ist dabei die Unterstützung im Wochenbett, da sowohl die Wochenbettpflege als auch die Lebensführung im Wochenbett den Gesundheitszustand der Frau stark prägen.

 

Was sind typische Beschwerdebilder nach der Entbindung?

Der Mangel an Körpersäften (Blut und Yin) und an Substanzen (Qi und Jing) beeinflusst nicht nur das emotionale Wohlbefinden der Mutter, sondern führt auch postpartal (d.h. nach der Entbindung) u.a. zu Laktationsproblemen, mangelnder Milchbildung, Schlafstörungen, verändertem Lochienfluss, Unruhezuständen, spontanem Schwitzen, Stuhlgangproblemen wie Obstipationen oder unregelmäßiger Stuhlgang, und zu Infektionsanfälligkeit.

 

Stagnationen im Blut und im Qi-Fluss können Probleme verursachen, die über Milchstau bis hin zu Mastitis reichen. Schmerzzustände, insbesondere am Abdomen oder an der Kaiserschnittnarbe sowie Taubheitsgefühle an der Narbe sind möglich. Auch ein verlängerter bzw. verstärkter Wochenbettfluss gehört zu den typischen Beschwerdebildern.

 

Sowohl ein Leere-Zustand als auch eine Stagnationen in den Meridianen kann mentale und emotionale Probleme verursachen, zu denen Ängstlichkeit, starkes Weinen, psychische Erschöpfung, übermäßige Wut, depressive Verstimmung etc. zählen.

 

Bei Blockaden und Stagnationen in den Meridianen oder beim Eindringen pathogener Faktoren und starken emotionalen Belastungen können sich Hitze-Krankheitsbilder zeigen, welche die Symptome zusätzlich verstärken können. Typisch sind hierfür u.a. Blasenentzündungen, starke Blutungen nach der Entbindung, Entzündung in den Brüsten, Ruhelosigkeit, Hitzegefühl und Fieber.

 

Die Traditionelle Chinesische Medizin unterstütz den Genesungsprozess und hilft bei den genannten Beschwerdebildern sowohl mithilfe der Akupunktur als auch mithilfe Chinesischer Arzneimitteltherapie. Altbewährte Rezepturen mit chinesischen Kräutern in Form von Kraftsuppen verstärken zusätzlich die Qi- und Blutbildung und beugen Erschöpfung vor. So wirken sie präventiv gegen mögliche Komplikationen.

 

Beim Erstellen einer Chinesischen Kräutermischung achte ich auf die Stillverträglichkeit.

 

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