Arzneimitteltherapie

 

Die chinesische Arzneimitteltherapie ist eine der Methoden der Traditionellen Chinesischen Medizin und wird mehr als 2000 Jahren angewandt. Sie ist in China die häufigst eingesetzte Methode der Chinesischen Medizin und macht 80% der therapeutischen Maßnahmen aus.

Es sind mehrere tausend einzelne Arzneien bekannt. Die meisten sind pflanzliche Bestandteile, wie Blüten, Blätter, Rinden, Wurzeln, Stengel u.v.m. Aber auch einzelne tierische Bestandteile wie Knochen, Gelatine und ebenso Mineralien, wie Muscheln kommen zur Anwendung.

Jede Arznei hat eigene typische Eigenschaften, eingeteilt nach Geschmackrichtung, Temperaturverhalten, Leitbahn- und Organbezug und was es im Körper macht. Die Geschmackrichtungen sind süß, sauer, scharf, salzig, bitter, aromatisch, fad, adstringierend (im Sinne von zusammenziehend und haltend). Das Temperaturverhalten geht von neutral, kühl, kalt, sehr kalt, leicht warm, warm bis heiß. Die Temperatur der Arznei ist ein wichtiges Kriterium. Ganz einfaches Bespiel ist, kühle bzw. kalte Arzneien bei Hitze- und Entzündungsgeschehen genommen werden und bei einer Erkältungskrankheit brauchen wir eher wärmende Arzneien. Die Arzneimittel haben im Körperinneren eine genaue thermische Wirkung.

Desweiteren wirkt jedes Arzneimittel auf bestimmte Leitbahnen und Organe, dadurch ist uns eine gezielte Behandlung möglich, die Rezeptur wird zum Ort des Geschehens geleitet. Wie wirken die Arzneien in der Leitbahn oder im Organsytem? Manche Arzneien arbeiten am Qi-Mechanismus des Organs und in der jeweiligen Leitbahn, leiten das Qi und bewegen Qi oder lösen Qi-Verknotungen. Andere bewegen Blut, wärmen oder kühlen Blut. Genauso können Körper-Substanzen wie Blut, Yin, Qi und Yang über Arzneien aufgebaut werden, der Verlust wird aufgefüllt. Bei Blutungen oder Durchfallerkrankungen, beim krankhaften Schwitzen und anderen jeglichen Verlusten an Körperflüssigkeiten (Urin, Samen) können Arzneien diesen Verlust halten und stoppen. Es gibt noch weitere Qualitäten der Arzneimitteln und wahnsinnig viele Möglichkeiten im Einsatz.

Eine Rezeptur besteht meist aus mehreren Bestandteilen, mit Einzelkräutern und Substanzen, bis zu 12 und viel mehr Arzneien in einer Rezeptur sind möglich. In seltenen Fällen werden Kräuter einzeln verabreicht. Eine Rezepturverschreibung hat einen komplexen Aufbau. Es ist nicht aneinanderreihen einzelner Drogen, sondern die Arzneien sind genau aufeinander abgestimmt, es gibt innerhalb einer Rezeptur vorgegebene Hierarchien. Es gibt die Kaiser-Arznei (gibt die Wirkung vor), die Minister-Arzneien ( unterstützen den Kaiser in seiner Wirkung), die Boten-Arznei (lenken die Rezeptur in bestimmte Körperregionen) und andere Arzneien, die mögliche Nebenwirkungen andere Bestandteilen aufheben. Die einzelnen Arzneien innerhalb einer Rezeptur ergänzen sich oder unterstützen sich in der Wirkung. Jede Rezeptur individuell auf den Patienten und seine Krankheitssituation präzise modifiziert, bzw. abgestimmt.

Aus den verschiedenen Schulen der Chinesischen Medizin und aus Ärzte-Dynastien wurden ausgeklügelte Rezepturen und Behadlungsstrategien entwickelt. Es sind klassische Rezepturen, die sich teilweise seit mehreren tausenden von Jahren bewährt haben.

Das Erstellen einer Rezeptur erfordert eine hohe Fachkunde über die einzelnen Arnzeimittel als auch eine präzise und differenzierte Diagnostik, mit Puls- und Zungendiagnose. Die chinesischen Kräuter können in jedem Alter eingenommen werden. Die Verabreichungsform und die Dosierung wird der körperlichen Verfassung, dem Alter und den Lebensgewohnheiten angepasst.

Die Mischungen aus pflanzlichen, mineralischen oder auch tierischen Arzneien werden hierbei als Dekokt (Abkochung), als Kräuterpulver, als Granulat oder seltener in Tablettenform eingenommen. Für die Behandlung von Kindern sind Pflanzenextrakte bekömmlicher und besser geeignet und schmeckt den Kids besser.

Chinesische Arzneimittel werden bei uns über spezialisierte Apotheken verkauft, sie unterliegen genauso dem Apothekengesetz. Jede Arznei wird somit nach Inhalt, auf Pestizidrückständen, Schwermetallen uvm untersucht und zertifiziert. Artenschutz aus dem Pflanzen- und Tierreich werden berücksichtigt und solche Arzneien nicht eingesetzt.

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